Airbus' Deal mit Peking

Flugzeug-Leasing ist in Asien ein boomendes Geschäft. Denn die Fluggesellschaften des Kontinents werden gemäß Prognosen von Airbus bis 2030 rund 9450 neue Flugzeuge kaufen. Die Passagierzahlen steigen alleine in China um 7,2 Prozent jährlich. Air China schätzt, dass 60 Prozent der Jets chinesischer Fluglinien zu jenem Zeitpunkt geleast sein werden. Das eröffnet vor allem den großen lokalen Anbietern, die allesamt den Staat im Rücken haben, riesige Chancen - auch weil die Airlines oft staatsnah sind. Neben ICBC Financial Leasing (Peking) sind das die China Aircraft Leasing (Hongkong) und BOC Aviation (Singapur). Alle gehören indirekt der Volksrepublik und hegen große Ambitionen. «Wir hoffen, bis 2020 einer der größten Anbieter zu werden», sagte China-Aircraft-Chef Mike Poon kürzlich dem Wall Street Journal.
Banken brauchen Geld
Die lokalen Anbieter profitieren aber nicht alleine von der Nachfrage vor ihrer Haustüre. Ihnen kommt auch entgegen, dass die Konkurrenten im Westen geschwächt sind. Traditionell waren viele Banken im Luftfahrt-Finanzierungsgeschäft tätig. Doch die Geldinstitute brauchen nun mehr Kapital, um den neuen Eigenkapitalvorschriften gerecht zu werden, welche die Aufsichtsbehörden im Nachgang zur Finanzkrise erließen. So verkaufte etwa die britische Großbank RBS im Frühjahr ihre Leasingsparte RBS Aviation Capital an ein Konsortium um die japanische Finanzgruppe Sumitomo Mitsui. Auch unabhängige Anbieter suchen sich neue Eigner, da Airlines im Westen mit Neuanschaffungen zurückhaltend sind. So steht die amerikanische Jackson Square Aviation kurz vor der Übernahme durch die ebenfalls japanische Mitsubishi UFJ.
ICBC Financial Leasing hat eine besonders starke Kraft im Rücken. Das Unternehmen ist eine Tochter der ICBC Industrial and Commercial Bank of China. Das Institut mit über 16'000 Filialen gehört zu den zehn größten Banken der Welt. Es ist mehrheitlich in Staatsbesitz.
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