«Es kommt auf die Dosierung an»

aeroTELEGRAPH: Der Zwischenfall mit giftigen Dämpfen auf dem Germanwings-Flug im Jahr 2010 war kein Einzelfall. Wie oft kommen denn derartige Zwischenfälle vor?
Kilian Kraus: Uns sind innerhalb der Swiss bislang kaum derartige Fälle bekannt. Wenn so etwas passiert, gehen Berichte an die dortige zuständige Abteilung.
Kraus: Die Druckkabine der meisten aktuellen Flugzeuge funktioniert über das Ansaugen der Aussenluft über die Triebwerke. So gelangen dann manchmal auch andere Partikel in die Kabine und ins Cockpit. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Rückstände von Triebwerksöl oder auch Enteisungsflüssigkeit handeln. Nicht zwingend gibt es übrigens dabei sichtbaren Rauch oder wahrnehmbare Dämpfe. Eine Ausnahme ist der Dreamliner von Boeing, er saugt Frischluft über Ventile von außen an.
Sind die Vorfälle immer gleich gefährlich?
Kraus: Nein, da gibt es Abstufungen. Es kommt darauf an, wie hoch die Dosierung der Partikel ist.
Gibt es bestimmte Flugzeugtypen, die besonders anfällig sind?
Kraus: Das können wir so nicht sagen. Was wir wissen ist, dass es solche Vorfälle schon bei verschiedenen Flugzeugtypen vorkamen. Einen besonders anfälligen Hersteller oder Flugzeugtyp kann man unserer Ansicht nach nicht ausmachen.
Die Lufthansa hat nun angekündigt, ein Warnsystem für die gefährlichen Dämpfe einzuführen. Was bringt das?
Kraus: Der Pilot merkt das Problem meist erst, wenn er körperliche Probleme spürt. Ein solches Gerät wäre vielleicht sensibler und würde rechtzeitig Alarm schlagen, ohne dass Pilot und Passagiere schon akute Probleme haben. Wir von Aeropers sind im Sinne der Passagiere und der Besatzungen daran interessiert, dass die Ursachen und Auswirkungen erforscht werden. Unser Interesse ist es, unsere Passagiere sicher und zuverlässig in den Urlaub oder zu ihren Geschäftsterminen zu fliegen.
Gibt es bereits vergleichbare Maßnahmen bei anderen Airlines oder Flugzeugtypen?
Kraus: Solche sind uns nicht bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass zumindest alle Fluggesellschaften innerhalb des Lufthansa-Konzerns in das System eingebunden werden.
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