Unheimliche Begegnung bei Genf

Plötzlich kam Unruhe im Cockpit der Easyjet-Maschine auf. «Da ist eine andere Maschine unter uns», erklärten die Piloten des A319 der Flugsicherung. Das Antikollisionssystem TCAS (Traffic Alert/Collision Avoidance System) des anderen Jets habe eine Warnung ausgegeben. Ihre Maschine sank zu jenem Zeitpunkt mit rund 366 Metern pro Minute. Das andere Flugzeug sei mehr als neun Kilometer entfernt, kam die Antwort der Aufsicht. «Sie fahren also besser fort».
Plötzlicher Alarm
Doch die Crew von Easyjet beschloss, die Sinkgeschwindigkeit zu reduzieren. Sie gab ihre Position erneut durch. Der Lotse aber war zu jenem Zeitpunkt der Ansicht, dass sich die Maschine rund 300 Meter höher befand als sie tatsächlich war. Ein Fehler. Um 13:40 Uhr ging bei der Flugsicherung der Kollisionsalarm STCA (short-term conflict alert) los. Der Aufseher war gerade in Funkkontakt mit zwei weiteren Maschinen. Die Lufthansa-Boeing und der Easyjet-Airbus flogen derweil aufeinander zu - auf gleicher Flughöhe. Noch rund sechs Kilometer trennte die Flieger. Der Aufseher begriff erst da den Ernst der Lage und wies die britische Maschine an, scharf nach rechts abzudrehen.
Der Zwischenfall ging glimpflich aus. Gemäß der Behörde ist er aber als «schwer» einzustufen. Im knappsten Moment befanden sich die Flieger nur noch 3,5 Kilometer auseinander und der Höhenunterschied betrug bloß 125 Meter, so der nun publizierte Abschlussbericht. Er hält fest, dass der Easyjet-Flieger auf eine Höhe abgestiegen war, welche ihm nicht zugeteilt worden war. Der Lotse habe diesen Umstand zudem nicht bemerkt. Die Crew habe schließlich nicht die korrekten Abläufe zur Verifizierung der Flughöhe eingehalten, so die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle.
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