Sukhoi: Fataler Kurswechsel?

Am schlechten Wetter dürfte der plötzliche Planwechsel nicht gelegen haben. Der Vorsitzende der Pilotengewerkschaft der Fluggesellschaft Garuda, Stephanus Gerardus, erklärt, warum er das denkt: «In der Regel würden Piloten um die Erlaubnis bitten, in so einem Fall höher zu steigen», erklärt er. Auch wenn es manchmal vorkomme, dass eine niedrigere Flughöhe gewählt wird. «Wenn man weiß, dass Berge unter einem sind, dann tut man aber so etwas nicht», so Gerardus. Erste Untersuchungsergebnisse zeigten, dass der Jet quasi frontal in die steile Bergwand flog.
Anderer Flieger als gedacht
Wie genau das geschehen konnte, soll nun die Auswertung der inzwischen geborgenen Blackbox zeigen. Die indonesischen Behörden übernehmen diese, da der Absturz in ihrem Land stattfand. 78 russische Ermittler assistieren aber dem indonesischen Team bei der Suche nach der Absturzursache. Einige Experten gehen davon aus, dass der Übermut des Piloten zum Absturz führte. «Bei solchen Flügen ist definitiv auch einiges an Angeberei im Spiel», so etwa Luftfahrtexperte Tom Ballantyne gegenüber der Jakarta Post. Wenn man über einem interessanten Gebiet fliege, kreise man schon einmal etwas, und dabei komme es auch vor, dass das Flugzeug niedriger fliege als eigentlich gedacht.
Inzwischen ist auch bekannt, dass der verunglückte Flieger ein anderer war als der, den Sukhoi eigentlich für die Asien-Tour ausgewählt hatte. Eigentlich war ein Testflieger vorgesehen. Doch dieser hatte bei der ersten Station Pakistan am 6. Mai offenbar Probleme gemacht. Wie der Hersteller bekannt gab, gabe es ein Ölleck am Triebwerk. Aus diesem Grund wurde dann ein Ersatzflieger nach Indonesien geschickt, der Sukhoi Superjet 100 mit der Nummer 95004.
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