Easyjet-Gründer glaubt an Fastjet

Laura Frommberg
Fastjet-Flieger: Sollen Afrikanern billige Reisen ermöglichen.
Fastjet-Flieger: Sollen Afrikanern billige Reisen ermöglichen.
Fastjet

Wirklich gut läuft es bei der afrikanischen Billigairline nicht. Ihr Mitgründer setzt dennoch auf ihre Zukunft und investiert noch mehr Geld.

Stelios Haji-Ioannou weiß, was eine erfolgreiche Billigairline ausmacht. Immerhin war er an der Gründung der erfolgreichen britischen Fluglinie Easyjet maßgeblich beteiligt – auch wenn er sich dort gerade als Investor eher weniger Freunde macht, indem er den Flottenplan der Airline boykottiert. Statt weiter auf Easyjet zu setzen, investiert Stelios, wie er selbst lieber genannt wird, nun lieber in sein neustes Projekt. Und das kann ein bisschen Rückenwind ganz gut gebrauchen.

Denn der afrikanischen Billig-Fluglinie Fastjet geht es nicht besonders gut. Mitgründer Stelios hatte sich von der Airline eine Art Revolution des afrikanischen Luftfahrtsektors erhofft. Fastjet versprach günstige Tickets und zuverlässigen Service. Doch die Erfolgsgeschichte ist ins Stocken geraten. Mit der Ausweitung des Streckennetzes geht es nur schleppend voran, die Eröffnung neuer Routen wird immer wieder nach hinten verschoben. Und dann zerstritt sich Fastjet auch noch mit der Partnerin Fly 540 Kenya, unter deren Namen sie im ostafrikanischen Land bis dahin operierte.

Kein Grund aufzugeben

Doch das ist für Stelios kein Grund aufzugeben. Seinen Anteil von bisher drei Prozent an Fastjet erhöht er laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg auf 5,81 Prozent – was immerhin fast eine Verdoppelung bedeutet. «Als wir die ursprüngliche Abmachung trafen, hatten wir kaum mehr als die Vision, einen Lowcost-Anbieter in Afrika zu schaffen», so Stelios laut dem britischen Onlineportal Travel Weekly. Doch nun habe sich gezeigt, dass die Kunden auf das Modell anspringen. «Um es nun wirklich erfolgreich zu machen, braucht es ganz sicher noch einige Zeit und mehr Investitionen.» Er habe volles Vertrauen in Geschäftsführer Ed Winter und sein Team. Sie seien auf dem richtigen Weg und dürften schon bald das nächste Niveau erreichen, so Stelios.

Neben Stelios fand Fastjet offenbar auch in der Schweiz Fans. Die Firma FS Africa will die britische Fastjet-Miteigentümerin Lonrho übernehmen. Und hinter FS Africa wiederum stecken die beiden Schweizer Investoren Rainer Marc Frey und Thomas Schmidheiny. Frey sitzt heute im Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS und machte sein Geld als Hedge-Fund-Manager. 2002 verkaufte er seine RMF Group an den britischen Fondsriesen Man Group. Sein Vermögen wird auf 570 bis 730 Millionen Euro geschätzt. Schmidheiny ist Spross einer Schweizer Unternehmerdynastie und noch heute größter Aktionär des Zementkonzerns Holcim. Er hat Erfahrung in der Luftfahrt. 1980 bis 2001 gehörte er dem Verwaltungsrat der Swissair an. Das Wirtschaftsmagazin Bilanz schätzt sein Vermögen auf 3,7 Milliarden Euro.


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