Nickerchen mitten im Flug
Einzelfälle sind das das nicht: Ein dritter Pilot wurde schlafend im Cockpit gefunden, als sein Flieger noch am Boden war. Wahrscheinlich, so heißt es vom britischen Pilotenverband, gebe es auch noch mehr Zwischenfälle dieser Art, nur würden nicht alle Piloten davon berichten. Viele hätten Hemmungen, Müdigkeits-Zwischenfälle ihrer Airline zu melden, da sie Angst vor disziplinarischen Konsequenzen haben, so Rob Hunter, Sicherheitschef des Verbands, gemäß der Zeitung The Telegraph. Der bürokratische Aufwand, der mit einer solchen Meldung verbunden sei, sei oft noch ermüdender als alles andere, so Hunter. Daher sei es in vielen Fällen die angenehmere Wahl, es für sich zu behalten.
Noch länger arbeiten
Eine Befragung des Pilotenverbands unter seinen Mitgliedern ergab schon früher, dass 43 Prozent im Cockpit schon einmal einschliefen. Rund einem Drittel ist es passiert, dass sie aufgewacht sind und der andere Pilot neben ihnen fest schlief.Erst kürzlich veröffentlichten die schwedischen Piloten eine ähnliche Studie. Auch hier hieß es, dass fast die Hälfte schon einmal unfreiwillig im Cockpit eingeschlafen sei. Ältere Studien in Deutschland gehen ebenfalls von rund 40 Prozent aus. Die neuen Befragungen kommen auch als Reaktion auf Pläne der europäischen Luftfahrtbehörde Easa, die Dienstzeiten für Piloten noch weiter zu verlängern. 22 Stunden am Stück sollen sie dann wach sein dürfen. Allein elf Stunden davon dürfen sie fliegen. Der Rest geht für Pausen, Pikett oder Anfahrt zum Flughafen drauf.
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