Tu-204: Technischer Fehler

Laura Frommberg
Die verunglückte Maschine im Flug: Erst Untersuchungsergebnisse.
Die verunglückte Maschine im Flug: Erst Untersuchungsergebnisse.
Bartek Spurek/Wikimedia/CC

Vorläufige Ergebnisse zum Unfall auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo vom Dezember entlasten die Crew. Der Flugzeugtyp aber wird nun beäugt.

Die Ursache für das tragische Unglück vom 29. Dezember soll offenbar eine defekte Schubumkehr sein. Dessen Funktionstüchtigkeit war bei den schwierigen Wetterbedingungen am am Moskauer Flughafen Wnukowo besonders wichtig. Es lag Schnee und ein starker Wind fegte über das Gelände. Doch die zentrale Bremstechnik versagte offenbar gleich bei beiden Motoren, wie die russische Wirtschaftszeitung Kommersant aus Ermittlerkreisen erfahren haben will. Beim Unfall der Tupolew Tu-204 der Airline Red Wings kamen fünf Menschen ums Leben. Der Flieger schoss bei der Landung über die Piste hinaus, durchbrach einen Zaun, brach auseinander, fing Feuer und kam erst auf einer stark befahrenen Autobahn zum Stehen.

Die Besatzung landete die Tu-204 leicht schneller, mit etwa 250 Kilometern in der Stunde statt 224 bis 225, heißt es weiter. Daher setzten sie auf die Schubumkehr, welche die Bremskraft verstärkt. Doch da diese ausfiel, sei der Flieger nicht rechtzeitig zum Stillstand gekommen, schreibt der Kommersant unter Berufung auf eine anonyme Ermittlerquelle.   Bereits früher Probleme 

Von der Luftfahrtbehörde Rosawiatsia heißt es, es sei ein einmaliges Vorkommnis gewesen. Doch laut der anonymen Quelle sei sie darüber informiert gewesen, dass es Probleme mit den Bremssystemen der Tu-204 geben könnte. Einen Tag vor dem Unfall habe die Behörde einen Brief mit Informationen an den Flughafen Wnukowo gesandt, heißt es weiter. Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits am 21. Dezember in Nowosibirsk gegeben, ebenfalls mit einer Tu-204 von Red Wings. Auch bei diesem Vorfall schoss der Jet mit 60 Passagieren über die Landebahn hinaus, weil die Bremssysteme nicht funktionierten. Verletzt wurde bei dem Vorfall aber niemand.


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