Verschmähte Braut Cyprus Airways

Die Fluggesellschaft leidet, wie auch die Konkurrenz, stark unter Treibstoffkosten und hohen Steuern. Zusätzlich schlägt sich aber der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt mit der Türkei in den Zahlen nieder. Ankara verbietet Cyprus-Airways-Fliegern den Überflug ihres Territoriums. Das ist beispielsweise für Flüge nach Russland fatal, weil es riesige Umwege und mehr Ausgaben bedeutet. Von Moskau und St. Petersburg stammen gerade besonders viele Touristen, die an Zyperns Strände Urlaub machen wollen. Die Airline beziffert die jährlichen Mehrkosten der Maßnahme selbst auf drei Millionen Euro.
Wenig wirkliches Interesse
Erst im Januar letzten Jahres musste die Regierung ihren Anteil an der Airline um 20 Prozent erhöhen und zusätzlich Geld einschießen. Im ersten Halbjahr 2011 machte das Unternehmen einen Verlust von 29,3 Millionen Euro - die Zahlen für den Rest des Jahres sind noch nicht veröffentlicht worden. Um Kosten zu sparen, hat Cyprus Airways bereits seine zwei Langstreckenflieger Airbus A330 an die Leasingfirma zurück gegeben. Stattdessen sollen nun zwei Mittelstreckenflieger vom Typ A321 zur Flotte stoßen.
Zypriotische Medien meldeten, dass es bereits Interessenten an der Airline gebe. So wurden etwa Aeroflot oder Libanons Middle East Air als mögliche Geldgeber gehandelt. Doch laut dem Regierungssprecher gibt es zwar Kandidaten, die man ins Auge gefasst habe, aber konkretes Interesse habe noch niemand bekundet. Auch in einer E-Mail von Cyprus Airways heißt es, dass keine der genannten Airlines sich bisher wirklich an einem Einstieg interessiert gezeigt habe, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.


