«Die Japaner sind sehr besorgt»

Elisa Simantke
Dreamliner von ANA: Notlandung in Japan.
Dreamliner von ANA: Notlandung in Japan.
Boeing

Nach einer erneuten Notlandung einer B787 reagieren Japan Airlines und ANA. Sie grounden ihre Dreamliner. Doch an ihrer Strategie halten Sie fest.

Es ist wahrlich eine Pechsträhne für Boeing. Schon wieder kam es zu einem Zwischenfall mit dem Dreamliner. Dieses Mal musste eine Maschine von Erstkunde All Nippon Airways auf einem Inlandsflug in Takamatsu notlanden. Sie war unterwegs von Yamaguchi im Westen Japans in die Hauptstadt Tokio. Der Vorfall ereignete sich schon 35 Minuten nach dem Start. In der Boeing B787 wurde Rauch bemerkt. Im Cockpit gab es einen Alarm, die Batterien des Fliegers betreffend.

Welche Batterien genau betroffen waren, wurde von den Behörden noch nicht bekannt gegeben. Man habe aber auch später Rauch in der Maschine festgestellt. Die 129 Passagiere und acht Crewmitglieder mussten den Dreamliner über die Notrutschen verlassen. Fünf Personen seien dabei leicht verletzt worden, so verschiedene Medienberichte. Ein Reisender musste wegen Rückenbeschwerden ins Krankenhaus.

Grounding zur Inspektion

ANA und Konkurrentin Japan Airlines reagierten umgehend auf den neuerlichen Zwischenfall mit dem Vorzeigeflieger von Boeing. Beide Airlines groundeten sämtliche ihrer Dreamliner für eine Inspektion. ANA besitzt 17, Japan Airlines 7 Dreamliner. Ein JAL-Flieger war während der Verkündung bereits auf dem Weg nach Boston. Umkehren musste er nicht.

Gemäß einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei überlegt die Regierung, ob es ein generelles Grounding der Flieger anordnet. «Die Japaner sind angesichts der täglich neuen Nachrichten sehr besorgt», kommentierte Transportminister Akihiro Ota die Umstände bereits einen Tag vor dem jüngsten Zwischenfall. Diese Sorgen dürften nun noch zunehmen. 

Zusammenhänge werden ermittelt

Ob die Notlandung im Zusammenhang mit dem ersten Zwischenfall aus der neusten Pannenserie stand, ermitteln die Behörden noch. Bei einem in Boston geparkten Dreamliner hatte sich ein Feuer entwickelt – dort, wo sich Elektronik und Batterien befinden. Die US-Behörde Federal Aviation Administration hatte nach zwei weiteren Zwischenfällen in der vergangenen Woche schließlich eine umfassende Überprüfung des Fliegers angekündigt. Ein besonderes Augenmerk werde dabei auf die Energieversorgung gelegt, vor allem in puncto Lithium-Ionen-Batterien. Inzwischen kündigte das japanische Transportministerium eine vergeichbare Überprüfung an.

Die Fluglinien lassen sich noch nicht davon beirren. In der letzten Woche kündigte bereits Japan Airlines an, trotz der wiederholten Zwischenfälle am Dreamliner festzuhalten. Heute Mittwoch (16. Januar) meldete sich auch ANA-Chef Shinichiro Ito zu Wort. Man werde an der Strategie festhalten und den Dreamliner weiter zur Effizienzsteigerung einsetzen, erklärte er. Der Plan, bis 2021 insgesamt 66 Dreamliner in der Flotte zu haben, bleibe bestehen.


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