Pilotenscherz schadet Air France

Stefan Eiselin
Airbus von Air France: Konnte in Casablanca nicht starten.
Airbus von Air France: Konnte in Casablanca nicht starten.
Air France

Eine flapsige Bemerkung des Kapitäns über den marokkanischen König brachte der französischen Fluglinie eine Boykottdrohung ein. Nun reagierte der Vorstand.

Es ist einer dieser spontanen und unüberlegten Bemerkungen, die man später bitter bereut. Der Pilot von Air France Flug AF2497 am 5. Dezember erhielt vom Kontrollturm des Aéroport international Mohammed V in Casablanca die Mitteilung, er könne vorderhand nicht starten. Sein Airbus A320 müsse noch um die zwanzig Minuten warten, bis die Boeing gelandet sei, mit der der König Mohammed VI aus der Hafenstadt Nador anreise. Pflichtbewusst wandte sich der Flugkapitän an die Passagiere und sagte: «Der Tower hindert mich abzuheben, bis seine Majestät sich in der VIP-Lounge des Flughafens niedergelassen hat». Damit ließ es der Pilot es nicht bewenden. Wer sich beklagen oder sein Geld zurück wolle, solle sich doch an den Palast des Königs in Rabat wenden. Dies meldet das Nachrichtenportal Emarrakech.

Der missratene Scherz geriet vielen marokkanischen Fluggästen in den falschen Hals. Sie beklagten sich lautstark, viele schrieben danach Air France einen Brief, einige drohten gar mit einer Klage gegen die Fluglinie. Der Aufruhr ging so weit, dass inzwischen der Vorstandsvorsitzende eingreifen musste. Alexandre de Juniac habe die Beschwerdebriefe erhalten, schreibt die Marketingabteilung den erbosten Kunden. Im Namen des Konzernchefs entschuldige man sich persönlich für die missratene Ansage. Solche Ansagen entsprächen nicht den Gepflogenheiten von Air France.

Viele Flüge nach Marokko

Marokko ist wegen der vielen Immigranten ein wichtiger Markt für Air France. Die Airline fliegt ab Paris bis zu vier Mal täglich nach Casablanca und daneben auch mehrmals wöchentlich von Toulouse und Marseille in die marokkanische Stadt.


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