Letzte Aktualisierung: 15:00 Uhr

Folgen des Streiks

Air Berlin warnt vor Grounding

Jeder siebte Pilot von Air Berlin hat sich heute kurzfristig krankgeschrieben. Das koste Millionen und gefährde sogar das Überleben, so das Management.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Boeing 737 der Air-Berlin-Tochter Niki: Flieger bleiben heute en masse am Boden.

Das Management wurde vom wilden Streik offenbar überrascht. Rund 200 oder jede siebte der 1500 Piloten hätten sich heute kurzfristig krank gemeldet, erklärt Air Berlin. Das sei meist während des Briefings der Crew vor dem Flug oder manchmal sogar erst auf dem Weg zum Flugzeug geschehen, so die Fluggesellschaft weiter.

Die Folge: Air Berlin muss rund 100 der heute geplanten 750 Flüge annullieren. Jeder achte Flug findet also nicht statt. Die Arbeitsniederlegung sei «ein Spiel mit dem Feuer», beklagt sich Vorstandsvorsitzender Thomas Winkelmann. Sie koste das klamme Unternehmen «mehrere Millionen Euro», erklärt er in einer Mitteilung.

Entscheid am 21. September

Zudem gefährde sie die Gespräche mit den potenziellen Investoren. «Ein stabiler Betrieb ist die zwingende Voraussetzung für ein Gelingen dieser Verhandlungen», so Winkelmann. Weiter geht der Generalbevollmächtigte im Insolvenzverfahren von Air Berlin. «Die heutigen Ereignisse gefährden das gesamte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung massiv», so Frank Kebekus.

Und der amtliche Geschäftsführer warnt: «Wenn sich die Situation nicht kurzfristig ändert, werden wir den Betrieb und damit jegliche Sanierungsbemühungen einstellen müssen.» Bis Freitag (15. September) haben Interessenten noch Zeit, ein Angebot für Air Berlin abzugeben. Am Gläubigerausschuss am 21. September sollen dann bereits konkrete Entscheidungen fallen.

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